Freitag, 4. Dezember 2009

Der Auftrag





Zumindest in Hessen wird es jetzt ernst, man könnte auch sagen privat.

Hessische Lehrer müssen in nächster Zeit mit Besuch bei sich zu Hause rechnen.
Es kommt der Beauftragte des Hessischen Datenschutzbeauftragten! Und der hat natürlich einen Auftrag, das kann man sich denken.
Der Beauftragte des Beauftragten will nämlich an deinen PC, möchte sich mal in Ruhe umschauen, was du da so alles auf der Festplatte hast und ob das auch in Ordnung ist.
Denn du hast ja sicherlich schon einmal eine Klassenliste erstellt, am Ende sogar eine Mailingliste oder Ähnliches, du Schlimmer!
So, und dann bist du dran. Da hilft kein Jammern und kein Zetern. Es hilft auch nichts, wenn du nicht zu Hause bist, armseliger hessischer Lehrer, denn auch alle deine erwachsenen Mitbewohner müssen dem Beauftragten des Beauftragten zu Willen sein, denn du, ja du selbst hast freiwillig deinem Schulleiter in vorauseilendem Gehorsam diese "Zusicherung" unterschrieben:
Ich sichere zu, dem Hessischen Datenschutzbeauftragten die Wahrnehmung der Kontrollaufgaben in meinem häuslichen Bereich zu ermöglichen. Ich verpflichte mich, dem/der Beauftragten des HDSB nach vorheriger Terminvereinbarung Zugang zu der häuslichen Arbeitsstätte zu gewähren, um die Einhaltung der gebotenen Maßnahmen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit und des Datenschutzes zu überprüfen.  Diese Zusicherung gilt auch für alle erwachsenen Mitbewohner meines Haushaltes.
 Oder hast du etwa nicht unterschrieben?

Montag, 30. November 2009

Hier spricht Herr Russ



Alle mal herhören!
Wer in letzter Zeit sich erdreistet hat, im Unterricht eventuell ein "Medium", das mit Strom betrieben wird zu gebrauchen oder eine Methode anwendete, bei der sich Schüler aus der starren Trichterhaltung wegbewegten oder wer sich sogar in das "digitale Nirwana" Internet begab - am Ende noch im Beisein von Schülern - um sich dort Informationen zu besorgen, ja der, der kann sich mal so richtig eine Watschn abholen bei Herrn Russ in der FAS.  (FAS Nr. 48 vom 29. Nov. 2009, S. 11)
Herr Russ holt hier zum Rundumschlag aus, gegen alles, was irgendwie neu ist. Herr Russ ist nicht mehr ganz so neu, er ist pensioniert.  Vieles, vor dem uns Herr Russ warnt, ist in der Tat ein schöner Blödsinn und schönen Blödsinn kann Herr Russ auch sprachlich schön niedermachen. Gut so!
Aber was will der Autor uns sagen, wo ist der Weg, wo ist die Hoffnung, die uns ein jahrzentelang tätiger Lehrerausbilder geben könnte?
Diffus wird ein Lob dem "abfragbaren Wissen" gezollt, wie wir das aber produzieren sollen, erfahren wir nicht, man könnte vermuten mit der guten alten Methode Vormachen - Nachmachen -Setzten?
Wie auch immer: Die große FAS hat Herrn Russ mal so richtig vom Leder ziehen lassen. Wir im Pädagogischen Untergrund fühlen uns ziemlich gebürstet.

Dienstag, 17. November 2009

Noch eine... Klage eines Klassenlehrers

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Was ein Klassenlehrer so alles zu tun hat, das andere nicht machen müssen, darüber gibt es lange Klagen und lange Listen.
-          Schreiben von Förderplänen
-          Förderbedarf feststellen
-          Belehrungen durchführen
-          Zeugnisse schreiben
-          Elternarbeit → Elterngespräche, Elternabende
-          Fehltage, Fehlstunden errechnen
-          Mutti- bzw. Elternheft führen
-          Zensurenzusammensetzung
-          Vorbereitung, Organisation von Wandertagen, Klassenfahrt
-          Klassenkasse
-          Führung des Klassenbuches
-          Einfluss auf soziale Beziehung innerhalb der Klasse (Lösung von Konflikten)
-          Vorbereitung des kommenden Schuljahres → Bücher, Fahrkarten, Transport, Hort
-          Ausgabe und Einsammeln von Elternbriefen
-          Leitung der Klassenkonferenz
-          Essengeld einsammeln
-          Raumgestaltung
-          Vorbereitung und Durchführung von Projekttagen und Festen
-          Kontrolle Hausaufgabenheft
-          Führung Notenheft (darauf achten, dass Lehrer in regelmäßigen Abständen darin eintragen) 
-          Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen
-          Kooperation mit Ämtern und Behörden
-          Klärung schulorganisatorischer Dinge, die für die Klasse wichtig sind (bewegl. Ferientag, Feste, etc.)
-          Kooperation mit Fachlehrern
So langsam reicht es aber auch den robustesten Klassenvorständen.
In obiger „TODO-LISTE“ steht ganz zum Schluss die Aufgabe: Kooperation mit Fachlehrern.
Dieses Aufgabenfeld interpretieren viele der sogenannten Fachlehrer immer öfter derart, dass sie das Gespräch, den Austausch oder die Auseinandersetzung mit den Schülern reduzieren oder schlicht vermeiden, besonders wenn es Konflikte gibt.
Da bekommt dann der Klassenlehrer irgendwelche Gegenstände ins Fach gedrückt, die angeblich renitenten Schülern entwendet wurden mit der Aufforderung, sie eben diesen Schülern wieder zurückzugeben. Ja und dann?
Da beschwert sich die gekränkte Kollegin per mail über die ach so schlimme Klasse und ist anschließend geschockt, wenn der Klassenlehrer mit seinen Schülern über den ihm zu Ohren gekommenen Konflikt spricht, ohne dabei die Identität der gekränkten Kollegin unter allen Umständen zu verheimlichen, denn nun habe man ja den Ärger und stehe als Petze da.
Der Beispiele gibt es noch viele. Das Muster ist leider häufig ähnlich: Probleme des Lehrens werden in einer ersten Phase den Schülern angelastet, wenn dann der kommunikative und pädagogische Faden gerissen ist, wird über den Klassenlehrer angeklagt, wird die eigene Entlastung diffus eingefordert.
Wann sagt man: "Nicht mehr mit mir, mach deinen Job alleine!"

Dienstag, 3. November 2009

Komische Tipps für Lehrer




Wenn irgendwo ein Artikel auftaucht mit der Überschrift:
"Tipps für Lehrer",
dann wendet sich der Pädagoge meist berechtigterweise ab, entweder weil die sogenannten "Tipps" nichts taugen oder weil nur kalter Kaffee geboten wird.
Der Kabarettist mit Medizinhintergrund Eckard von Hirschhausen hat eine kleine Liste mit Ratschlägen für Lehrer vorgelegt, die man sich ruhig einmal zu Gemüte führen sollte.

Ich gebe hier einen Auszug wieder. Den vollständigen Artikel findet man hier:


1. Sei wach!

Präsentieren beginnt mit präsent sein. Der Lehrer sollte immer wacher sein als die Klasse. Machen Sie sich warm! Kein Fußballer wechselt direkt von der Bank aufs Feld ein. Aber wie oft fällt man direkt aus dem Bett ans Pult? Um den Geist warmzulaufen, hilft körperliche Bewegung: grimassieren, lächeln, hüpfen, Arme kreisen, die ersten Sätze laut vor sich hin sprechen. Die Vorbereitung muss niemand sehen. Aber alle werden spüren, dass da jemand frisch auf sie zugeht. Das macht neugierig.

2. Gib mir den Krimi – nicht den Mörder

Warum lesen wir Kriminalromane? Um zu erfahren, wer es war? Nein, dann würden wir gleich von hinten zu lesen beginnen. Im Gegenteil, wir lieben die Entwicklung der Geschichte, die Spannung. Ein guter Lehrer berücksichtigt das. Wenn das Thema keine Geschichte hergibt, lohnt es, kurz zu erklären, was einen selber an dem Thema packt. Wann im Leben es einem geholfen hat, gerade diese Sache zu wissen. Oder komischer: wann man sich gewünscht hätte, sie zu wissen. Wer als Lehrer ausstrahlt: „Ich bin der Experte, ihr dürft froh sein, dass ich mein herrschaftliches Wissen mit euch teile“, ist schnell unten durch.

Lehrer müssen über ihren „Stoff“ staunen können. Die Haltung des Komikers ist, sich über Dinge zu wundern, zu fragen, warum etwas so sein muss, was dahintersteckt. Kindliche Neugier treibt uns an, weil Fragen interessanter sind als Antworten. Der Nobelpreisträger Eric Kandel verrät sein Erfolgsgeheimnis in „Auf der Spur des Gedächtnisses“, dem sehr sehenswerten Film über sein Leben: Während andere Kinder nach der Schule zu Hause gefragt wurden: „Was hast du heute gelernt?“, wollten seine Eltern wissen: „Hast du heute eine gute Frage gestellt?“

3. Ein Sandwich heißt nach dem Belag, nicht nach dem Brot

Humor bedeutet nicht, einen Witz zu erzählen und dann „zum eigentlichen Thema“ zu kommen. Deshalb habe ich die „Sandwich-Technik“ erfunden: Das Brot nährt, der Belag macht es schmackhaft. Der Belag ist dabei die humorvolle Bemerkung, die zwischen den beiden Scheiben liegt: nämlich zwischen der thematischen Hinführung und nach dem Belag wieder zurück zum Thema. Ihre erste Aufgabe als Lehrer ist es, etwas zu finden, das als „Belag“ zum „Brot“, also zur Botschaft, passt. Wer als Humorneuling frischen Wind in den Unterricht bringen möchte, schafft dies statt mit einer eigenen Geschichte anfangs leichter mit bereits Vorgefertigtem: Bonmots, Zitaten, Anekdoten, einem lustigen Foto, einem Cartoon aus Büchern, Nachschlagewerken oder aus dem Internet. Also: keine Ausreden mehr für Langweiler.

Schwieriger wird es, wenn man den Humor der Zielgruppe anpassen muss. Denn nichts gibt so sehr Auskunft über die geistige Entwicklung eines Menschen wie sein Humor. Was man in der dritten Klasse noch superlustig findet, ist in der fünften schon so was von uncool. Manchmal funktioniert der Grundschulhumor aber wieder in der Oberstufe, zumindest bei den Kiffern.

Liebe Lehrer, Sie haben einen unschätzbaren Vorteil gegenüber jedem Kabarettisten: Von Ihnen erwartet niemand etwas Lustiges! Umso leichter übertreffen Sie alle Erwartungen, wenn Sie einen originellen Einstieg ins Thema finden, zwischendrin ein verdauungsförderndes „Sandwich“ anbieten und mit einem schönen Dreh enden. Der Komiker rät: Übe da, wo es weniger wehtut, wenn du scheiterst. Im Gespräch, am Telefon, im kleinen Kreis. Richtig locker bist du vor der Klasse erst, wenn du mit Freude auch mal scheitern kannst.



Thomas Edison hat jahrelang erfolglos an der Glühbirne gebastelt. Als es dann klappte, wurde er in einem Interview gefragt: „Wie haben Sie das ausgehalten, so viele tausend Male zu scheitern?“ Seine Antwort: „Ich bin nie gescheitert. Ich habe erfolgreich Wege eliminiert, die nicht zum Ziel führten.“ Wenn ein Gag mal nicht funktioniert, denken Sie an Edison. Irgendwann geht jedem ein Licht auf, man muss nur lange genug dranbleiben.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Total von der Rolle



Irland ist nicht weit weg.
Irland kämpft mit den Folgen der Wirtschaftskrise, genau wie wir.
Irland könnte für uns vielleicht zu einem erschreckenden Vorbild werden.
Irische Schüler müssen ab sofort ihr eigenes Klopapier mit in die Schule bringen, um es dann bei gegebenem Anlass zu gebrauchen. Staatlich zur Verfügung gestelltes Reinigungsflies wird es nicht mehr geben!
Wir sind uns beinahe sicher, dass auch unsere Kultusoberen dieses gewaltige Einsparpotenzial entdecken werden und warten stündlich auf den entsprechenden "Erlass über den Wegfall staatlicher Wischhilfen an öffentlichen Schultoiletten".
Man könnte sich als erlassgestählter Lehrkörper, der so manchen ministrablen Blödsinn souverän ignoriert hat, beruhigt den wichtigen Dingen zuwenden, wenn da nicht dieser besorgniserregende Zusatz in der irischen Vorlage existierte:

"Von Zeit zu Zeit" sollen einige Rollen dem Klassenlehrer übergeben werden, der dann das Papier verteilt.

Wir sehen uns bereits einen Stapel namentlich markierter Klopapierrollen verwalten.
Wir sehen uns vor die Aufgabe gestellt, andauernd auszuhandeln, wieviel Papier denn zu welchem Anlass zu verteilen sei und was mit notorischen Klopapier-Vergessern zu tun ist, die aber trotzdem mal "Groß" müssen.

Wir sehen endlich einer großen Aufgabe entgegen.
Wie gut, dass erst einmal Ferien sind!

Montag, 5. Oktober 2009

Heute schon gespickt?



Die Ferien nahen, der Schreibtisch füllt sich mit geschriebenen Klausuren, sodass in der unterrichtsfreien Zeit kein Mangel an Beschäftigung aufkommen möge.
Die Arbeiten der Schüler sollen wertgeschätzt und beurteilt werden. Wir gehen davon aus, dass es sich um treulich dargelegtes Wissen handelt, ahnen aber manchmal, dass es mit Treu und Glauben nicht immer zugegangen sein kann.

Deshalb an dieser Stelle für alle eine kleine Fortbildung in Sachen "Spicken".
Zuerst lernen wir etwas über:

"Die Vorteile des Spickens im Allgemeinen und im Besonderen."




Jetzt kennen wir Manfred, Basistechniken und die Bedeutung der Lerperson fürs Spicken. Außerdem verdächtigen wir ab sofort jeden, der sich bei einer Klausur genauso verhält wie sonst auch.

Das soll fürs Erste reichen.
Also aufgepasst und mitgemacht!

Sonntag, 27. September 2009

Elitebildung

Was ist nur los mit den sogenannten Elitegymnasien?
Jahrelang hat man mit erhobener Nase dem Turbopauken das Wort geredet, Latein und Altriechisch mit stolzer Brust aus der Mottenkiste nach ganz vorne geholt und auf knallharter Selektion bestanden. Man war stolz darauf, dass man es geschafft hatte, eine beinahe homogene Schülerschar zu rekrutieren, die fast vollständig dem Bildungsbürgertum angehörte (oder denjenigen, die geschickt genug sind, sich dazuzählen zu können).
Karrieregeile Schulleiter peitschten Schüler und Lehrer in immer neue Wettbewerbe, deren Sinn nicht nachhaltiges Lernen war, sondern nur dazu dienten, am nächsten Tag in der örtlichen Presse ein Siegerfoto mit entsprechendem Text zu produzieren.
In einer solchen "Lernumgebung" war für Kinder mit Migrationshintergrund natürlich kein Platz, im wahrsten Sinne des Wortes. Die hätten ja integriert werden müssen.
Sie und deren Eltern wurden abgewimmelt mit allen Tricks.
Und jetzt? Jetzt wird's gefährlich.
Das Bildungsbürgertum hat erkannt, dass ihre Kinder mit G8, Latein, Leistungsdruck und kaum noch vorhandener Freizeit nicht glücklich werden. Sie ziehen ab. Zurück bleibt die priviligierte, aufgeblähte "Eliteanstalt".
In meiner neuen fünften Klasse einer solchen Anstalt habe ich heute Zeynep, Mahsun, Bishan, Duc, Trimor, Ahya, Zaki, Mati und Sibel begrüßt. Viele sind angeblich nicht geeignet für unsere Schule, aber die Schule braucht Masse.

Was ist passiert? Was wird aus ihnen?

Sonntag, 13. September 2009

Pferdesport




Achtung Sportlehrer!!
Ist die Sporthalle mal wieder für etwas wirklich Wichtiges reserviert, sodass der Sportunterricht ausfällt oder kurzerhand ins Klassenzimmer verlegt wurde?
Ist nun auch der letzte Ball mit Luft nur noch ein Fetzten Kunstleder und der Hallenboden von Wasser durchtränkt, das durch das seit Jahren nur provisorisch geflickte Dach hineingeregnet ist?
Wenn dies so ist, und wann ist es nicht so, dann bieten wir heute in der Rubrik "Sportlehrer, wir können auch anders"

neben dieser Variante aus dem Fundus

etwas Neues:



Fächerübergreifend basteln wir im Kunstunterricht "Pompfen" und üben im Musikunterricht den Juggerrhytmus. Ja, und dann raus auf die Wiese und immer kräftig auf die Köpfe gedroschen.
Ein alter Pferdekopf sollte auch schnell beschafft sein, sowas liegt ja überall herum.
Alles wird gut!

Faust, ganz kurz




Zumindest in Hessen wird zur Zeit wieder allerorten geFaustet. Alle Oberstufenschüler müssen ran an "Habe nun, ach", "Gretchenfrage" und "Heinrich, mir graut vor dir"!
Das dauert.
Einer meiner Schüler (Danke Markus) hat mir nun den Link zu einer erfrischenden Kürzestversion geschickt, den ich hier gerne weitergebe.
Wer's also ganz eilig hat:
Tobias Mann rappt den Faust....

Samstag, 5. September 2009

Dufte Schule




So, jetzt riecht's!

Wieso sind wir eigentlich nicht früher darauf gekommen?

Was haben wir nicht alles versucht, um die Konzentration und Motivation unserer Schüler zu verbessern?

Wie oft hat man sich unter das prügelnde, tretende und fluchende Schülervolk geworfen, um wenigstens das Schlimmste zu verhindern?

Alles falsch, alles vergebens, so sehen Erfolgsergebnisse aus:

Verbesserung der Konzentration: 39%

Verbesserung der Motivation: 44%

Abnahme der Aggressivität: 32%

Und wie wird das gemacht?

Ganz einfach, zum Beispiel mit dem „Duftset Dufte Schule mit Duftstein in der Schmuckdose.“

Die „Dufte Schule Duftkomposition“ macht, sobald sie aktiviert ist, aus lernunwilligen, zappeligen und gewaltbereiten Problemschülern „harmonisierte“ Engelchen. Ja und mit denen machen wir dann all die schlimmen Sachen, die sie sich sonst einfach nicht hätten gefallen lassen.

Es fallen uns hier allerdings bei aller Begeisterung ein paar kritische Fragen ein, die noch zu klären sind:

Wie reagiert eigentlich ein harmonisierter Lehrkörper, oder soll der die „Duftkomposition“ gar nicht einschnuppern? Soll er also erst einmal die gesamte Klasse bei geschlossenen Fenstern einsperren und dann den Raum sozusagen zwangsbeduften?

Was geschieht bei einer Überdosierung, wenn zum Beispiel die programmierte „Duftsäule“ explodiert? Was tue ich also mit einem Haufen zugedröhnter Jugendlicher, die sich vor lauter Harmonie völlig enthemmt im Klassenzimmer einander hingeben wollen?

Ist mit dem Duftspray auch so etwas wie eine einmalige Krisenintervention möglich, sagen wir mal, wenn der Klassenbrutalo mal wieder ausrastet, dass ich ihm eine volle Ladung ins Gesicht dufte, oder so ähnlich?

Fragen über Fragen.

Da wird es wohl das beste sein, wir nehmen am Pilotprojekt der „Duften Schule“ teil. Dann können die Schüler im TaoMobil, einem Infobus mit Duftpflanzenlehrpfad, Riechkino und acht Meter langem Wasserfall, sich auf das Kommende einstellen.

Und was machen wir Lehrer derweil?

Samstag, 29. August 2009

And hopp!!



Der Verein Deutsche Sprache hat den "Sprachpanscher 2009" gewählt - die schlimmsten Beispiele dafür, die englische Sprache in den deutschen Wortschatz zu zwingen.
Ganz vorne dabei ist der altehrwürdige "Deutsche Turnerbund".

In der Werbung für das Internationale Turnfest 2009 in Frankfurt war zu lesen von "Rent a star", einer "GymCard", "Gymmotion", einem "Volunteer-Programm", "Slacklining", "YouTurn" und der "Turnfest Community".

Dann gibt es da etwa noch dies:
"Sport for Fun beim Six Cup mit Public Doing".
Alles klar??

Merkwürdig, dass gerade im Bereich Sportwissenschaft und Sportfunktionäre solche Aufmerksamkeit heischende Sprache häufig zu finden ist.

Auch der "Deutsche Sportlehrerverband" hat sich vor einiger Zeit nicht entblöden können, dem von ihm konstatierten Motivationsverlust der Schüler mit dem krachenden Spruch "Sport in School is cool" entgegenzutreten. Na das hat gezündet!

Da hier nicht nur gejammert, sonder immer auch konstruktiv mitgemacht wird, folgen nun unsere Vorschläge für mehr Drive in der Turnhalle. Wir sagen ab sofort nicht mehr:
Ringe sondern "swinging belt"
Turnmatte sondern "roll-on-blanket"
Reck sondern "iron-monster"
Barren sondern "wooden-stage"
Trampolin sondern "jump-in"
Umkleidekabine sondern "strip-center"


Lets do it, yes we can!!

Gute Noten, verständlich!

Im Sportunterricht gibt es häufig gute Noten weil: • im Sportunterricht die allermeisten Schüler etwas tun, was sie auch in ihrer Freizeit m...