Donnerstag, 28. Juli 2011

Bierball


Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, der rührige Sportlehrer entwirft neue Kursprofile, die die Inhalte des nächsten Schuljahres in seinen Oberstufenkursen beschreiben.

Lehrer und Schüler möchten Herausforderungen, Niveau, Spaß und immer wieder etwas Neues. Das ist nicht immer leicht aber machbar.

  • Heute kommt ganz neu dazu: Bierball

Hervorragend geeignet gerade für unsere Schule, die weder eine anständige Sportstätte noch brauchbares Material ihr Eigen nennt.
Bierball funktioniert sogar in der marodesten Turnhalle: eine Kiste Bier und 20 Schüler sind sportlich bis aufs Letzte herausgefordert.

Ich bin so gespannt: Wer wählt sich ein, wer zischt am besten?

Noch mehr Ideen für den innovativen Sportlehrer:

Samstag, 25. Juni 2011

Golf ist witzig, ja!

Seit einigen Jahren ist ein Schnupperkurs Golf Bestandteil meines Sportunterrichts. Das Bild, das die Schüler von dieser Sportart im Kopf haben, ist meist geprägt von Strenge, Ernsthaftigkeit und Spaßferne.
Nach unserem Wochenende auf dem Golfplatz sieht das dann ganz anders aus, das ist dann schon ein erster Erfolg.

Gestern habe ich ich dieses Video entdeckt, in dem vier der besten jungen Golfspieler sich einen Riesenspaß daraus machen, ihren Sport musikalisch auf die Schippe zu nehmen.

Vorbildlich! Alle anderen Sportler: nachmachen bitte!


Abischerz



Das Schuljahr ist beendet, die Lehrkraft lehnt sich zurück, ist wohl- und gnädig gestimmt ob der vielen Anbefohlenen, die es doch noch irgendwie geschafft haben, wieder ein Jahr im deutschen Bildungs-Dschungelcamp überlebt zu haben.
Nur eine Gruppe macht Sorgen: Unsere Abiturienten
Nachdem nun alles geschafft ist und es spätestens jetzt an der Zeit wäre, mal so richtig Dampf abzulassen, sieht man Folgendes:
Brav und mit gesenktem Haupt sitzen sie stundenlang vor der Tür der Schulleitung, um sich dort anschließend vorschreiben zu lassen, wie sie denn nun die Rituale der letzten Schultage zu gestalten haben.
Besonders der Abischerz (hihi) muss genau geplant sein, darf doch der normale Schulablauf nur vorhersehbar ein wenig "gestört" werden.
Ein genauer Zeitplan wird erstellt, der Hausmeister, der Sanitätsdienst, der Elternbeirat und die Feurwehr sind informiert (und damit natürlich alle anderen auch), das lustige Treiben kann also beginnen. Kann es nicht, denn die Schulleitung besteht auf einer Liste aller möglichen Aktivitäten, um immer Herr der Lage sein zu können.
Spätestens beim Ausformulieren dieser Liste, die natürlich jeweils mit der Versicherung versehen sein muss, dass weder Kollegen noch Kolleginnen in irgendeiner Weise kritisiert werden dürfen, beschleicht den ein oder anderen kreativen und selbstbewussten Abiturienten der Verdacht, dass diese Veranstaltung doch nicht die seine sein wird und er zieht sich diskret zurück.
Was dann kommt, ist einfach nur peinlich oder langweilig, die Fünftklässler, die zum Zuschauen beim Abischerz verdonnert worden sind, fragen nach einer halben Stunde, ob sie nicht lieber Fußball spielen dürfen.

Was ist los mit unseren Abiturienten? Nichts gelernt bei Schiller? Nichts gelernt bei Brecht?
Vielleicht ein bisschen, aber es hat nicht gereicht, sich einmal wirklich die Freiheit zu nehmen in der Schule - und sei es am letzten Tag.

"Früher war das anders"!

Das Thema wird auch auf "schwäbisch" bearbeitet.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Letzte Stunde



 „Es ist schon immer so gewesen, am letzten Tag wird vorgelesen.“
Das waren noch Zeiten, als es für Schüler ein seltener Höhepunkt war, wenn die Lehrkraft sich bemüßigt fühlte, wegen der herannahenden Ferien nun einmal etwas Nettes zum Vortrage zu bringen und gar selbst ein Geschichtlein vorlas.
Den Schülern war es beinahe egal, was da angehört werden sollte, Hauptsache, nicht auch in der letzten Stunde noch pauken, inclusive Hausaufgaben für „über die Ferien“.
Heute sieht das ganz anders aus:
Elektronisch hochgerüstete Schüler, die über die in der Schule gebotenen und möglichen Formen der Nutzung von neuen Medien nur lachen können, warten am letzten Tag vor den Ferien gelangweilt auf  den Lehrer, der ihnen das seiner Meinung nach „brandneue“ VHS-Video vorführen möchte, das 80% der Schüler sich schon vor vier Jahren als Raubkopie auf den Laptop gezogen haben.
Also:
Stress in der Lehrerschaft. Schon Wochen vor dem „Letzte-Stunde-Termin“ sind alle nervös und fragen sich zuerst, in welcher Klasse muss ich wohl präsentieren? Wo sitzt der Feind?
Unabhängig von dieser Frage werden präventiv alle Videoräume und sonstige Medien gebucht und blockiert, damit man für alle Eventualitäten gerüstet ist.
Hecktisch wird die einschlägige Ratgeberliteratur einschließlich des Internets nach „funktionierenden“ Tipps für die „Letzte Stunde“ durchforstet.
Dabei kommt meist nicht wirklich etwas Gutes heraus und der gestresste Lehrkörper kann froh sein, wenn seine „Letzte-Stunde-Klasse“ auf solch rettende Ideen wie „Wir könnten doch frühstücken“ oder „Lasst uns doch nochmal wichteln“ kommt.
Dass diese Freude nicht allen beschieden ist, wurde mir vor ein paar Tagen wieder klar.
Ein junger Kollege, gerade examiniert, stand jetzt also mit seiner Kassette da, wusste, dass er wohl keine Beifallsstürme in seiner Klasse erwarten konnte und hatte trotzdem etwas von endgültiger Kühnheit in seinem Blick.
Er gab stolz zu verstehen, dass er bis zum Schluss anspruchsvollen Unterricht machen werde.
Den Film, den er zeigen werde, habe er nicht in deutscher Sprache bekommen, nur mit deutschen Untertiteln und somit sei sein Unterricht eben fächerübergreifend, also toll und etwas Besonderes, also perfekt für die letzte Stunde.
Wie die Schüler das fanden, weiß ich nicht.
Das Vorlesen einer schönen Geschichte kennen übrigens die meisten Schüler kaum noch.
Sie genießen es ab und an. Warum nicht in der letzten Stunde?

Donnerstag, 17. Juni 2010

So nicht, Herr Präsident!



Gestern hat mein Sohn bei den Bundesjugendspielen eine Ehrenurkunde erstritten.
Einmal abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei dieser Veranstaltung zumeist um ein freudloses, für viele Schüler quälendes und demotivierendes Ereignis handelt, das mit "Spielen" so gar nichts zu tun hat, zeigt sich nun erst an diesen Bundesjugendspielen das ganze schreckliche Ausmaß des Rücktritts unseres Bundespräsidenten:
Es gibt keine Ehrenurkunde für meinen Sohn!
Umsonst alle Mühe und Anstrengung!
Und warum das?
Weil unsere Bildungsbürokraten beschlossen haben, dass eine Ehrenurkunde mit der Unterschrift eines Exbundespräsidenten nicht mehr vergeben werden darf und eine Urkunde mit der Unterschrift des Interimsbundespräsidenten schon gar nicht der hohen Bedeutung der Bundesjugendspiele gerecht werde.

Ich möchte unserem Expräsidenten zurufen: "Sehen Sie, Herr Köhler, was Sie da angerichtet haben? Keine Ehrenurkunde für meinen Sohn, wie soll es jetzt weitergehen?"

Wahrscheinlich ist ihm das egal, aber so etwas darf nicht noch einmal passieren.
In Zukunft darf ein Bundespräsident erst nach den Bundesjugendspielen zurücktreten, sonst kriegt auch er keine (Entlassungs)urkunde.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Fußball WM

Übermorgen ist es soweit:
Fußball-WM in Südafrika. Alle gucken, alle kicken. Alle!
Hier der Beweis:

Freitag, 16. April 2010

Lesen als Strafmaßnahme

Jetzt ist es sozusagen amtlich:


Die SZ berichtet von einem Jugendrichter, der es leid war, jugendliche Straftäter zum karitativen Schneeschippen zu verdonnern, was nachweislich keinen erzieherischen Wert erbrachte.
So hat er sich die Tatsache zu Nutze gemacht, dass die Jugendlichen in der Schule mit Literatur schon ordentlich "vorgequält" worden sind, man also anschließend die Sobehandelten mit der Androhung etwas lesen zu müssen schon gefühgig machen kann.
Die Aktion scheint recht erfolgreich zu sein, zumindest wenn die Jugendlichen auch über das Gelesene reflektieren müssen.

Was bedeutet das nun für unseren Literaturunterricht?
Das kann nur eins bedeuten: WEITERMACHEN!

Weitermachen mit einem Literaturkanon, der jede Lust am Lesen verdirbt, weitermachen mit an Prüfungen orientierten Methoden, weitermachen mit vorgefertigten "Unterrichtsmodellen".

Weitermachen, denn sonst hätte am Ende so ein jugendlicher Straftäter noch Lust am Lesen und dann wäre ja das schöne Modell vom Lesen als Strafmaßnahme kaputt.

Mittwoch, 24. März 2010

"Lehrer-Arbeit muss gewürdigt werden"


 Da machen wir doch alle gerne mit.
Das muss sofort an unsere wackeren Gewerkschaften weiter gegeben werden.
Hier gibt's endlich den verdienten Lohn für Lehrers unermüdliches Tun:

Das Ganze klingt erst einmal wie einer jener durchgedrehten Amiflausen. Wenn man genauer hinliest, kann man doch das ein oder andere Nachdenkenswerte erkennen, oder?

Sonntag, 24. Januar 2010

Wie lange dauert die Gegenwart?



"Verben heißen im Deutschen u.a. auch 'Zeitwörter', weil man mit ihnen verschiedene Zeiten ausdrücken kann. Eine dieser Zeiten ist die Gegenwart."
So ungefähr klang letzte Woche eine Einleitung in meinem Deutschunterricht der 5. Klasse zum Thema "Wortarten".
Einem plötzlichen Impuls folgend stellte ich die Frage, wie lange denn die Gegenwart eigentlich dauere, ich war mir selbst nicht sicher (wie auch?).
Was dann folgte, war verzweifelt schön:
Die Gegenwart sei eine Sekunde lang oder aber sie dauere ewig. Es gäbe gar keine Gegenwart, alles sei Vergangenheit oder Zukunft, ja und dann könnten wir unser heutiges Thema doch gleich vergessen, vielleicht existiere ein Gesetz oder, oder, oder.
Die kleinen Philosophen diskutierten, rechneten, entdeckten, verzweifelten beinahe, bis Mahsun sich energisch zu Wort meldete und in meine Richtung triumphierend und etwas ärgerlich verkündete:

"Also, das kann man gar nicht richtig lernen, was sie wissen wollen!"

In diesem Satz offenbarte sich kurz und knapp die eingeschränkte Sicht des Lernens, wie sie unsere Schüler zumeist erfahren. Gelernt ist etwas nur, wenn es von einer Autoritäsperson, dem Lehrer, als "richtig" klassifiziert ist und eindeutig reproduziert werden kann. Alles andere ist nicht "richtig lernen".

Wir haben die Wortarten erst einmal links liegen lassen, die laufen ja nicht weg.
Eine Umfrage unter den Eltern, die Dauer der Gegenwart betreffend, und ein Nachdenken darüber, was man eigentlich alles lernen kann, ist jetzt dank Mahsun irgendwie wichtiger.

Dienstag, 19. Januar 2010

Ein Drittel mehr, weil ein Drittel Idioten sind?

Kabarettisten machen merkwürdige Rechnungen auf. Können die rechnen?
Volker Pispers rechnet mal mit uns Lehrern, dabei rechnet er nur ein ganz klein wenig mit uns ab.
Ab und zu gibt es sogar ein wenig Solidarität mit den "guten Lehrern".
Den Ruf nach endlich mal annehmbar gekleideter Lehrerschaft hört man aber auch hier.
(Vgl. den post vom 10. Januar)

Sonntag, 10. Januar 2010

Stil im Lehrerzimmer


Morgen geht's wieder los. Ende der Weihnachtsferien.

Das neue Jahr soll auch in der Schule eine sichtbare Veränderung bringen!
Wir haben jetzt endgültig genug von unansehnlichen Lehrkörpern, die unsere Schulen zuhauf bevölkern. Durch einen der stillosesten, unerotischsten Plätze der Republik geht jetzt ein Ruck. Das deutsche Lehrerzimmer wird schick!

Wir starten eine „Stiloffensive“.

Was wir also in Zukunft nicht mehr sehen wollen:
  • Männer mit fast in die Armbeuge hochgezogenen, speckigen Breitcordjeans.
  • Weiße Tennissocken, die unter eben jenen Hosen hervorlugen.
  • Lappige Wollpullover mit den abscheulichsten Mustern .
  • Sandalen, in denen bestrumpfte Füße stecken (manchmal ohne Strümpfe noch viel schlimmer).
  • Insgesamt schlecht sitzende, billige Kleidung, die an den merkwürdigsten Stellen mit Kreideflecken verunreinigt ist, und das nicht nur an einem Tag, nein, jeden Tag.
  • Hier besonders ins Auge fallend, wenn der Lehrkörper hoheitliche Aufgaben zu erledigen hat (Abitur etc.) und komischerweise meint, er müsse sich „besonders“ anziehen, was fast immer ein stilistisches Debakel wird.
  • Selbst geschnittene Haare und -bei den Männern zusätzlich- Bärte, so wie es anno 68 schick war.
  • T-Shirts mit putzigen, selbst kreierten Sprüchen wie: „Juchhu, endlich wieder Altgriechisch!“
  • ...und, und, und...


All das ist bald vorbei, wenn man die neuerliche Debatte um das Outfit von Lehrern verfolgt. So gibt zum Beispiel Werner Knecht in der NZZ die bahnbrechende Erkenntnis zum Besten, dass das Auftreten und die äußere Erscheinung einer Lehrperson mit dessen Lehrerfolg korreliere, um dann aber festzustellen, dass die wenigsten Lehrer sich daran hielten. Es wird die Frage von Schuluniformen für Lehrer diskutiert
und es werden gewichtige Fachleute zitiert:
„Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, plädiert für einen eher unauffälligen Stil – weder zu elegant noch zu cool.“
Spannend wird die Sache aber erst, wenn ein „Stilexperte“ sich den stilresistenten Lehrkörper zur Brust nimmt und fordert:
Der Dresscode für Männer:
Im Sommer wie im Winter sind gedeckte Naturtöne eine sichere Empfehlung. Einfarbige Anzüge sind nicht nötig, besser sind englisch angehauchte Kombinationen aus Kord, Tweed oder einem währschaften Baumwoll-Twill. Die Ärmel des Sakkos können Leder-Blätze an den Ellbogen haben. Zu dieser Garderobe gehören Flanell - oder Oxford-Hemden - niemals aber kragenlose T-Shirts. Wer das Hemd ohne Krawatte trägt, sollte Button-down-Kragen wählen. Wer Krawatten bevorzugt, dem seien Klubstreifen oder Karos empfohlen. Über dem Hemd können auch einfarbige Pullover oder Pullunder getragen werden. Brogues mit kernigen Ledersohlen geben eine rustikale Note, doch Turnschuhe, Slippers und Sandalen sind tabu. Jeans werden immer mit einem Jackett kombiniert.
Klassenauftritt der Frauen:
Auch Lehrerinnen muss dringend dazu geraten werden, auf Elemente der Freizeitgarderobe zu verzichten. Als Basis ist das Kostüm (wahlweise mit kniebedeckendem Rock oder langer Hose) ein sicherer Wert. Statt auf Jeans zu pochen, sollte der in Vergessenheit geratene Hosenrock wieder erwogen werden. Eine helle Bluse wirkt seriös und fokussiert, ein Foulard gibt einen Farbtupfer. T-Shirts sind möglich, aber niemals «solo» getragen, nur für drunter. Zu empfehlen sind das Twinset und die Feinstrickjacke, auf Schmuck und hohe Absätze kann verzichtet werden.

Alles klar!?
Gut, dann rein ins „englisch angehauchte“ Sakko oder den „kniebedeckenden Rock“ und schon wird alles gut.

Irgendwie will der neue, feine Stil aber noch nicht so recht zu der seit 30 Jahren nicht renovierten, lädierten und verdreckten Anstalt passen, die dem Lehrkörper von seinem Dienstherren als Arbeitsplatz zugewiesen wurde.
Und so läuft er dann auch nach ein paar Tagen wieder genauso schmuddelig herum, wie vor der „Stiloffensive“.
Irgendwie schade, ein wenig auch wegen des o.g. Lehrerfolges.

Bierball

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, der rührige Sportlehrer entwirft neue Kursprofile, die die Inhalte des nächsten Schuljahres in se...