Freitag, 27. März 2009

Mehr wissen über: Jungs

Einen interessanten ,vielleicht lange überfälligen Bericht über die Situation von Jungen in der Schule, den sogenannten neuen Bildungsverlierern, gab es vorgestern Abend bei 3sat.
Mehr Wissen über: Jungs
Mann/Lehrer/Klassenlehrer kennt diese Situationen:
Herangerauscht kommt die Kollegin mit dem Vorwurf, die Jungen in "Ihrer" Klasse könnten sich nicht benehmen, seien frech, störten und seien "auffällig". Bei genauerem Nachfragen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man sich bei solchem Lehrerverhalten ganz ähnlich wie "Ihre" Jungs benommen hätte. Uninspirierter, schlecht vorbereiteter Unterricht, spürbare Abneigung den Schülern und dem Beruf gegenüber und insgesamt inkonsequentes Auftreten und launisches Machtausüben.
Besonders Jungen in der Pubertät sind nicht so angepasst, dass sie sich das alles widerspruchslos gefallen lassen können. Sie müssen sich hier um ihrer selbst Willen und um das Ansehen in ihrer Peer Group zu wahren "bewegen", und zwar geistig wie körperlich. Darauf gilt es m. E. mit Zuwendung und Konsequenz zu reagieren.

Allzuoft werden Jungen aber vor allem wegen ihres raumgreifenden, konkurierenden Verhaltens besonders von weiblicher Seite stigmatisiert, ich habe schon erlebt, dass eine Kollegin einem Jungen und seinen Eltern, mit dem sie "nicht mehr klar kam", ein Tourrete-Syndrom andiagnostizieren wollte. Auch das Verabreichen von Ritalin ist bei Jungen immer häufiger auf Anraten von Lehrern und Lehrerinnen festzustellen.
Wenn Jungen ihre Konflikte auf ihre Art und Weise austragen, so werden sie oft mit einem "Stuhlkreis" oder einem "Stillezeichen" konfrontiert, wahlweise angereichert mit der gutgemeinten Aufforderung, sich in den Kontrahenten oder gar sich selbst einzufühlen. Für Jungen, die Grenzen überschritten haben, ist aber eine direkte, klare aber zugewandte Ansprache besser zu verstehen, in Verbindung mit einer vorbildhaften Haltung des Lehrers/der Lehrerin kann ein Junge dies besser in seinen aktuellen Jungen-Lebensentwurf integrieren.
Einfühlungspädagogik gepaart mit knallharter Auslesepädagogik führt besonders bei Jungen zu Irritationen.
Zu den hier skizzierten Ideen gibt der oben genannte Beitrag weiterführende, lohnende Anregungen.

Weitere Links zum Thema:
Neue Wege für Jungs
Was könnten Jungen lesen?

Donnerstag, 26. März 2009

Protzende Athleten und jammernde Tussis

Eben gelesen:
Die Sportschüler-Typologie von SPIEGEL ONLINE.

Hier sind sie aufgelistet, die Schulsportverweigerer, so wie sie sich zum Beispiel, und wirklich nur "zum Beispiel", die bewegungs- und körperfeindliche Altphilologen-Truppe vorstellt.

1. Teil: Protzende Athleten und jammernde Tussis
2. Teil: Übermotiviert - die Sportskanone
3. Teil: Verschüchtert - der Letzte auf der Bank
4. Teil: Großspurig - der Protzer
5. Teil: Dünnhäutig - die Tussi
6. Teil: Anfällig - die Simulantin
7. Teil: Antriebslos - der faule Sack

Die Typen sind ganz gut getroffen und es gibt sie in der Tat. Allerdings gibt es sie nur, wenn der Sportunterricht von einer Art ist, die solche Vermeidungsstrategien provoziert.
Wenn wir Sportlehrer uns aber bemühen, einen anregenden, aufregenden und vielfältigen Unterricht zu gestalten, so erlebt man ganz andere Dinge, nämlich ungeduldig und freudig wartende Schüler vor der Sporthalle, die sich darauf freuen, gemeinsam mit ihren Mitschülern Spaß und ganzheitliche, körperliche und geistige Herausforderungen zu erleben und zu meistern.
Ein solcher Sportunterricht ist für die meisten Schüler das Highlight der Schulwoche und sie sind tief enttäuscht, wenn der Sportunterricht einmal ausfällt.

Mittwoch, 25. März 2009

Zum Kotzen?



Heute Morgen hatte ich ein wenig Zeit und schaute mir die Abiturienten etwas genauer an. Beim Begrüßen, Aufmuntern und Glückwünschen für die heutige schriftliche Prüfung fiel mir auf, dass einige doch arg mitgenommen aussahen. Viele der sonst lebenslustigen und fröhlichen Gesichter waren bleich und fahl.
Anschließend kam mir eine Meldung von gestern in den Sinn, in der die beiden Landesschulsprecher Katharina Horn und Gerrit Gissel sich zum Thema Zentralabitur zu Wort gemeldet hatten. Ihre Meinung:
„Erst das Wissen aufsaugen und dann wieder auskotzen. Hierdurch wird auch dieses Jahr wieder probiert, soviel Stoff wie möglich in die Köpfe der Schülerinnen und Schüler zu hämmern. Der einzige Lösungsweg für die Schülerinnen und Schüler bleibt hierbei das Bulimielernen.

Von Seiten der Abitur-Organisatoren ist hoffentlich für genügend Eimer oder sonstige brauchbare Behältnisse gesorgt worden.

Montag, 23. März 2009

Ein Buch kann die Welt verändern


Gestern Abend habe ich im Auslandsjournal Luis Soriano kennen gelernt.
Hier: Luis in Aktion
Soriano ist Lehrer in Columbien. Mit seinem "Biblioburro", dem Bücheresel, zieht er am Wochenende über das Land, das zerstört ist von Misswirtschaft und Bürgerkrieg. Er sucht und findet Leser für Bücher, die er seinem Esel aufgeladen hat.
Seine "Buchpräsentationen" finden unter Bäumen oder in zerstörten Schulen statt, für die Leser öffnet sich eine neue, fremde, andere, spannende, manchmal Hoffnung oder Zuversicht spendende Welt.
Lois' Leitspruch ist: "Ein Buch kann die Welt verändern!"
Welch eine Aufgabe, denke ich, welch wunderbarer Einsatz von Literatur, von Büchern.

Meinen Schülern musste ich heute mitteilen, dass wir nach den Osterferien "Irrungen Wirrungen" von Theodor Fontane lesen müssen, dass genau diese Lektüre heute beim Zentralabitur in Deutsch in zwei von drei Aufgaben "abgeprüft" wurde.

Welch eine Aufgabe, denke ich, welch trauriger, verfehlter Einsatz von Literatur, von Büchern.

Montag, 16. März 2009

Umfrage 2

Die zweite Umfrage im Pädagogischen Untergrund lautete aus aktuellem Anlass:
Wer sind die besten Quereinsteiger für die Schule?
50% der Teilnehmer entschieden sich für "Mit goldenem Handschlag geschasste Bänker".
Eine interessante Vorstellung: Kämen doch dann ganz entspannte Herren zum Zuge, die sich wegen der Alimentierung keine Sorgen machen müssten, deren Chauffeur auf dem Lehrerparkplatz geduldig wartete und deren eigene Sekretärin den Schreibkram erledigen würde.

Stellt sich nur die Frage, welches Fach denn solch ein Manager unterrichten sollte. Bei allem, was mit Zahlen zu tun hat, kann man ihn nicht ranlassen, da hat er ja total versagt. Auch die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sind nichts für unseren Neuen, denn auch hier hat er keine Ahnung. Sprachen, Musik, Kunst? Nein, geht alles nicht, das hat er machen oder kaufen lassen bisher.
Bleibt: Sport! Das kann angeblich auch der dümmste Bänker. Joseph Ackermann in die Sporthalle!
Nach zwei Stunden mit 30 pubertierenden Achtklässlern wäre der Mann geläutert,empfände Demut, ginge in sich.
Die Vorstellung gefällt. Wir warten auf die ersten Querversetzungen.

Sonntag, 15. März 2009

Schande über uns Deutschlehrer

Was hat man ihm nur angetan?
Wahrscheinlich das, was so viele Schüler in der Tat von uns geboten bekommen.
Hören Sie mal hinein, dafür gab es gestern Abend den Deutschen Kleinkunstpreis:



Ich finde den Teil mit der Rechtschreibreform schwach, das Thema ist durch und es war eigentlich in der Schule noch nie wichtig, die Sache ist meiner Meinung jetzt da, wo sie hingehört, in der Abteilung "Nicht so ernst nehmen".
Nachdenklich machen mich die Passagen über die Glaubwürdigkeit von Deutschlehrern. Besonders in der Oberstufe kann seit Einführung des Zentralabiturs keine Rede mehr sein, von Authentizität, von Betroffenheit, Freude, Spaß oder sogar Herzblut im Zusammenhang mit den Inhalten, die dort bearbeitet werden müssen.
Nur Bildungsbürgers braver Quark und den immer wieder.
Ich habe beim letzten Durchgang meinen Schülern gegenüber erst gar nicht mehr so getan, als fände ich Maria Stuart genau jetzt passend und für sie erhellend, ein Lesevergnügen.
Wir haben uns schnell fit gemacht für die unvermeidlichen, absehbaren Abiturfragen und uns dann interessantere literarische und sprachliche Aufgaben gesucht.
Wir Deutschlehrer seien das "Abführmittel der Kultur" singt Sebastian Krämer. Klingt hart und ich verstehe es nicht ganz, immerhin tröstet er uns ein wenig, wenn er abschwächt, dafür könnten wir ja nichts, das sei eben unsere "Aufgabe in der Gesellschaft". Das widerum klingt putzig, so nach naiver Gesellschaftskritik a la angepasstem Streberschüler.
Na ja, da hat's uns der Herr Krämer mal so richtig gegeben und er hat wahrscheinlich nicht immer unrecht, oder?

Mittwoch, 11. März 2009

Ich bin gerade nach Hause gekommen,

Die Süddeutsche Zeitung online meldet um 16:20 Uhr:

Amoklauf von Winnenden

Das wortlose Töten des Tim Kretschmer

Columbine, Erfurt, Emstetten und nun Winnenden. Eine Realschule in der schwäbischen Kleinstadt ist heute zum Tatort eines Amoklaufs geworden, der die Weltnachrichten bestimmt. Die Rekonstruktion einer unfassbaren Tat eines Ex-Schülers, die mit 17 Toten endete.

Tatort Albertville-Realschule in der schwäbischen Kleinstadt Winnenden nordöstlich von Stuttgart: Hunderte Polizeifahrzeuge, schwer bewaffnete Beamte sowie Sondereinsatzkräfte und unzählige Rettungsdienstfahrzeuge säumen den Zugang zu der Schule in der gut 27.000 Einwohner zählenden Stadt. An der Schule mit rund 580 Schülern ist am Vormittag über die jungen Menschen ein Alptraum hereingebrochen. Eine unfassbare Tat. Die Rekonstruktion eines unglaublichen Tages, der die Kleinstadt in Baden-Württemberg für immer verändern wird...


Wie soll man da reagieren? Vielleicht sollten alle Lehrerblogs heute und morgen schweigen.

Wir sollten der Opfer gedenken, den Angehörigen beistehen und im Stillen nachdenken.

Samstag, 7. März 2009

Quereinsteiger 1


Heutzutage reden alle von Quereinsteigern, die uns in der Schule aus verschiedensten Jammertälern herausführen sollen.Gemeint sind wahrscheinlich pädagogische Wunderwaffen, die so mir nichts dir nichts mal eben die "Praxis" im Unterricht aufblühen lassen, sodass unsere abgestumpfte Schülerschaft nach jeder Begegnung mit einer solchen Erscheinung sogleich hochmotiviert nichts anderes mehr will, als ebenso ein Fabelwesen aus der "Praxis" zu werden.

Vor einigen Jahren bin auch ich quer eingestiegen, wobei ich mich jetzt frage, was das "quer" eigentlich bedeutet.
Jedenfalls brachte auch ich damals die "Praxis" mit in die pädagogische Anstalt. Ich war einige Jahre als selbständiger Gastronom tätig gewesen, hatte also nach meiner Einschätzung schon einen anständigen Beruf erlernt, bevor ich Lehrer wurde.

Hier folgt nun die Sicht eines Quereinsteigers auf unser merkwürdiges Biotop, das wir Schule nennen.

Geschrieben vor vielen Jahren,
ein angehender Pädagoge auf der Suche nach Orientierung:

Kneipe und Schule

Das Auftreten eines solchen Wortpaares, verbunden mit der Konjunktion "und", signalisiert in den meisten Fällen entweder etwas Gemeinsames oder es weist auf ein Gegensatzpaar hin.

Ich bin mir nicht sicher.

Jedenfalls geht mir die Geschichte nicht aus dem Kopf.
Das fing gleich am ersten Tag an, als ich nach beinahe 15jähriger Abstinenz zum ersten Mal wieder eine Schule betrat.

Mein erster Schultag, Lehrerzimmer:
Genau wie in der Kneipe oder im Restaurant:
Man kommt herein und das Murmeln, Rufen und Schreien einer Menschenmenge umfängt den Neuling. Getrunken wird auch, sogar gegessen, allerdings nie von Tellern.
Man geht hinein in den Raum und sucht sich einen Platz. Am besten dort, wo man attraktive Menschen gesichtet hat, deren Äußeres schon sympathisch wirkt.

Und dann kommt er, der erste Knick in der falschen Vorstellung:

Äußeres Erscheinungsbild eines bundesdeutschen Lehrerzimmers:
Viele ältere Herrschaften, schlecht und einfallslos gekleidet, Frisuren überwiegend von Irene, die schon 68 in der WG allen die Haare geschnitten hat. Kein Zwinkern, kein Blinzeln, kein lockeres Zurückstreichen der Haare, das symbolisiert, ich mach mich schön für dich.
Die erotische Ausstrahlung des Ensembles, inclusive Mobiliar und unvermeidlicher, mit putzigen Motiven geschmückter Humpentassen, ist mit meinen, in der Gastronomie erprobten Messmethoden nicht zu fassen.
Ich setze mich also erstmal irgendwohin.
Aber geredet wird doch. Die Leute sprechen miteinander. Rein kommunikativ betrachtet, spielt sich doch eine Menge ab, denke ich.
Mit wem spricht eigentlich die Kollegin (so heißen jetzt meine Mitarbeiterinnen) neben mir? Da niemand sonst in der Nähe ist, kann sie nur mich meinen. Ich richte mich in meinem Stuhl auf, wende mich ihr mit meinem Gesicht zu und sage höflich: "Entschuldigen sie bitte, aber ich habe ihnen, glaube ich, nicht ganz aufmerksam zugehört." Sie scheint davon auszugehen, dass ich in der Lage bin, mir den Anfang ihrer Ansprache schon zusammenzureimen und fährt in ihrem Gespräch einfach fort.
Ich konzentriere mich also und lausche.
Die redet gar nicht mit mir. Die redet mit niemandem, führt hier ein wie auch immer motiviertes Selbstgespräch. Noch während ich das erschreckt feststelle, beruhige ich mich auch schon wieder bei dem Gedanken an so manchen Gast, der mir an der Theke gegenüber gesessen hat und wegen zu hohen Alkoholspiegels oder anderer, mehr im Psychosozialen verhafteter Gründe, erst die Hucke vollgelabert hat, dann aber, nachdem der Empfänger im Kommunikationsmodell, also ich, einfach abgeschaltet hatte, in heftigste Selbstgespräche verfallen ist.
Die Kollegin ist also besoffen oder sie hat sonst einen psychischen Schaden. Mit so was kann jeder gute Wirt souverän umgehen.
Ich lehne mich in meinen Stuhl zurück und schaue mich noch ein wenig um. Die Kollegin redet derweil mit ihrer Tasche.

Die Kommunikationsstrukturen in der Gastronomie sind äußerst vielschichtig. Beinahe alles ist möglich. Die Verständigungsprozesse sind von hoher Dynamik.
Dynamisch geht es auch im Lehrerzimmer zu. Das ist ein Rufen, Schreien, Winken und Gestikulieren. Überall stehen oder sitzen kleine Gruppen und reden angeregt, das sieht nicht anders aus als ein Tisch voller Gäste, die über die zu bestellenden Speisen und Getränke diskutieren.
Ich nähere mich also einmal einer solchen Gruppe, ganz so, als wolle ich eine Bestellung aufnehmen.
Du lieber Himmel! Alle reden, aber niemand spricht miteinander. Jeder fällt dem anderen so gut es geht ins Wort, wobei die Personal- bzw. Possesivpronomen "ich" und "mein" inflationär oft auftauchen.
Ich weiß auf der Stelle, dass diese Angelegenheit für mich ein Problem werden wird, denn hier existiert in meinem Kopf ein durch gastronomische Negativerlebnisse verfestigtes Charaktermuster, gegen das ich schwer ankommen werde: Gäste dieses Schlages bedeuten kurz gesagt Folgendes: Wenig Umsatz, viel Ärger, kein Trinkgeld.

Die Suche des Anfängers nach Haltepunkten in seiner neuen Umgebung geht noch weiter.
Sie wird demnächst hier fortgesetzt.

Mittwoch, 4. März 2009

Neulinge

Die Praktikanten sind da.
Die Zeiten sind voller Widerspruch.
Auf der einen Seite ruft das ganze Land nach neuen Lehrern, doch es finden sich anscheinend nicht genug, jedenfalls nicht genügend solcher Art, die eine halbwegs anständige Abiturnote vorweisen können.
Blöde Lehrer
Auf der anderen Seite überschwemmt seit einigen Tagen eine 30-köpfige Schar junger Menschen unser für ca. 60 Lehrer ausreichendes Dienstzimmer, das wir uns seit Jahr und Tag mit ca. 100 Kollegen irgendwie teilen.

Die jungen, freundlichen, aufgeregten und etwas verstört dreinblickenden Neulinge sind Lehramtspraktikanten, die sich auf vier Wochen Schulpraxis einlassen müssen und die alle Lehrer werden möchten, zumindest wollen sie das jetzt noch.
Erstaunt fragt sich der gestandene Lehrkörper, ob dies nun alles die Blöden sind, oder ob die Ankündigung mit dem zukünftigen Lehrermangel wieder einmal ein in unserem Bereich üblicher, statistischer Rohrkrepierer ist.
Die erste Option scheint mir nach verschiedenen Kontakten mit dem pädagogischen Nachwuchs nur mäßig wahrscheinlich.
Statistisch gesehen ließe sich ein Viertel unseres Kollegiums jedenfalls ruckzuck ersetzen, fast von Heute auf Morgen. Wem dabei etwa Hemmbegriffe wie Qualifikation einfallen, der ist mal wieder nicht auf der Höhe des Diskurses, den Quereinsteigerin Schavan mit der Losung anführt: Unterrichten kann jeder, vielleicht gerne auch ein paar gescheiterte Bänker oder Ähnliches.
Man müsste in diesem Zusammenhang einmal über eine Abwrackprämie nachdenken, oder?

Sonntag, 1. März 2009

Massensport

Wer Sport unterrichtet, hat es nach gängiger Meinung leicht:
Einfach einen Ball in die Menge schmeißen, zur Seite treten und sich mit Sinnvollem beschäftigen oder schlicht ausruhen. Da es sich bei dieser Aktion immer um dasselbe Sportgerät handelt, sieht dieses dann ganz schnell so aus:

Weil hier nur selten die gängige Meinung vertreten wird, erfolgt postwendend die Wahrheit und sonst gar nichts. Die ist:
Der hier gezeigte "Ball" ist ein ganz normaler Teil eines deutschen Schul-Sporthalleninventars, wie es für Schüler und Lehrer zur Verfügung steht. So oder ähnlich sieht auch der Rest aus, dreckig, kaputt, eklig.
Dass Schüler und Lehrer trotzdem im Sportunterricht ganz oft intensive Lehr- und Lernchancen nutzen und dabei oft eine Menge Spaß haben, kann man hier im Pädagogischen Untergrund an verschiedenen Stellen nachlesen.
(Themen: Sportunterricht)
Heute habe ich aus der FAS allerdings von einer Sportart erfahren, die auch die Sache mit dem "einen Ball" in ganz neuem Licht erscheinen lässt. Wenn also mal wieder mehrere Klassen auf einmal in einer kleinen Sporthalle eingesperrt sind, weil das angeblich "nicht anders zu machen ist", oder wenn erst gar keine Halle zur Verfügung steht, weil "ihr Sportlehrer macht schon was", ja, wie wäre es dann mit dieser Aktivität?

Die Regeln:
Benötigt wird nur ein Ball. (siehe oben)
Mitmachen können bis zu 400 Schüler.
Es ist verboten, den Ball mit dem Auto zu transportieren. (kein Problem)
Es ist verboten, jemanden umzubringen. (Achtung, aufpassen!)

So, ich werfe jetzt mal die Pille in die Menge.