Montag, 23. März 2009

Ein Buch kann die Welt verändern


Gestern Abend habe ich im Auslandsjournal Luis Soriano kennen gelernt.
Hier: Luis in Aktion
Soriano ist Lehrer in Columbien. Mit seinem "Biblioburro", dem Bücheresel, zieht er am Wochenende über das Land, das zerstört ist von Misswirtschaft und Bürgerkrieg. Er sucht und findet Leser für Bücher, die er seinem Esel aufgeladen hat.
Seine "Buchpräsentationen" finden unter Bäumen oder in zerstörten Schulen statt, für die Leser öffnet sich eine neue, fremde, andere, spannende, manchmal Hoffnung oder Zuversicht spendende Welt.
Lois' Leitspruch ist: "Ein Buch kann die Welt verändern!"
Welch eine Aufgabe, denke ich, welch wunderbarer Einsatz von Literatur, von Büchern.

Meinen Schülern musste ich heute mitteilen, dass wir nach den Osterferien "Irrungen Wirrungen" von Theodor Fontane lesen müssen, dass genau diese Lektüre heute beim Zentralabitur in Deutsch in zwei von drei Aufgaben "abgeprüft" wurde.

Welch eine Aufgabe, denke ich, welch trauriger, verfehlter Einsatz von Literatur, von Büchern.

Kommentare:

  1. Hm. Hättest du deinen Schülern nicht sagen können, dass ihr "Irrungen, Wirrungen" lesen werdet, weil es eine ganz hübsche, etwas altmodische Liebesgeschichte ist? Dass es außerdem prüfungsrelevant ist, kann man ja noch als Zusatzeffekt mitnehmen.
    Mir gefällt "IW" viel besser als das berühmtere "Effi Briest", mir kommt es überzeugender vor.

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  2. @rip: Ja, das mit der altmodischen Liebesgeschichte hätte ich sagen können, auch dass man hier sehr schön Fontanes Auffassung realistischer Literatur nachvollziehen kann und noch Vieles mehr.
    Mich interessierte der Kontrast zu der Wirkung, dem Sinn von Literatur, wie er im Vergleich zu Luis Soriano deutlich wird.
    Daneben frage ich mich, warum sich unsere Schüler seit Jahren nicht mit modernerer Literatur prüfingsrelevant beschäftigen dürfen. Hier gäbe es jede Menge Stoff, der sich mit dem Thema "schwierige, normverletzende Beziehungen" so auseinandersetzt, dass nicht erst lange, quälende Übersetzungsarbeit nötig wäre.

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